THESIS

Geschichte

Thomas Fässler

Aufbruch und Widerstand. Das Kloster Einsiedeln im Spannungsfeld von Barock, Aufklärung und Revolution

Am 3. Mai 1798 rückten über sechstausend französische Soldaten in Einsiedeln ein. Nur wenige Stunden zuvor waren die Mönche um ihr Leben geflohen. Ungeschützt mussten sie ihr berühmtes Kloster zurücklassen, das nun der Plünderung freigegeben und schon bald für aufgehoben erklärt wurde.
Für das Kloster Einsiedeln bildet dieser Frühlingstag eine epochale Zäsur. Er bedeutet das Ende der Jahrhunderte alten gefürsteten Reichsabtei mit ihren weitverzweigten Herrschaften. Wie kam es soweit? Wie versuchten die Benediktiner, der nahenden Gefahr zu entrinnen? Und welcher Zusammenhang besteht zu den aufklärerischen Ideen, die Ende des 18. Jahrhunderts auch in die Innerschweiz vordrangen und die Einsiedler Mönche zu einer Stellungnahme herausforderten?

Thomas Fässler (*1984)

Pater Thomas Fässler ist Benediktinermönch im Kloster Einsiedeln. Er ist hauptsächlich als Lehrer für Geschichte und Latein an der Stiftschule Einsiedeln und in der Seelsorge tätig.

Auch als e-book verfügbar

 2019 | Hardcover | 643 S. | ISBN 978-3-906812-04-5

Reto Patrick Müller

Innere Sicherheit Schweiz. Rechtliche und tatsächliche Entwicklungen im Bund seit 1848

Mit dem Ende des Kalten Krieges ist das globale sicherheitspolitische Umfeld volatil geworden. Innere und äussere Sicherheit werden in einer Zeit asymmetrischer Bedrohungen als eng miteinander verflochtene Materien verstanden.
Internationale Entwicklungen prägen auch die Schweizer Sicherheitspolitik markant: Die Armee befindet sich seit 1995 in einem stetigen Umbauprozess. Gleichzeitig weist das Grenzwachtkorps seit Jahren Unterbestände auf. Eine Tendenz zur Übernahme von polizeilichen Aufgaben durch den Bund - insbesondere durch die Armee - wird sichtbar. Waren Truppen seit je her auch als Mittel der Ultima Ratio für Interventionen im Inneren vorgesehen, wird die Infanterie derzeit zu einem sicherheitspolizeilichen Präventionsinstrument umgestaltet.
Vorliegend wird untersucht, wie sich die Gewährleistung der inneren Sicherheit als zentrale Aufgabe der Eidgenossenschaft seit Bestehen des Bundes entwickelt hat. Allgemeine staats- und sicherheitsrechtliche Entwicklungen auf Verfassungs- und Gesetzesstufe werden skizziert, Konfliktfelder und Herausforderungen über eine längere Periode beleuchtet. Aus dieser weiten Perspektive wird schliesslich ein kritischer Blick auf aktuelle Lösungsansätze geworfen.

Reto Patrick Müller (*1977)

Studierte Rechtswissenschaften in Basel. 2009 Dr. iur. Seit 2014 Lehrbeauftragter für Sicherheits- und Polizeirecht an der Universität Basel. Seit 2017 Lehrbeauftragter an der ETH Zürich für staatsrechtliche Grundlagen der Sicherheitspolitik. In der Schweizer Armee ist er Nachrichtenoffizier im Range eines Majors.

2009 | Paperback | 598 S. |ISBN 978-3-908544-76-0

Odo Lang

Josue von Beroldingen. Pilgerfahrt zu dem Heiligen Lande 1518. Selbst gestellt und von eigener Hand geschrieben

Der hier veröffentlichte Bericht ist gleichsam das Tagebuch einer «Pilgerfahrt zu dem Heiligen Lande» und nach Jerusalem. Die Schilderung des Besuchs der Heiligen Stätten, abgeschlossen mit der Erhebung zum Ritter des Heiligen Grabes, ist sicher das zentrale Anliegen des Verfassers und erhebt gewiss einen religiösen Anspruch. Aber darüber hinaus lässt der Bericht die ganze Pilgerreise sehr lebendig miterleben: die Vorbereitungen, die Begegnungen, das Interesse an allen Sehens- und Merkwürdigkeiten sowie die Beschwerden der Seefahrt. Das alles macht diesen Bericht zu einem ausserordentlich interessanten, religiösen und zugleich kulturgeschichtlichen Dokument.
Die Handschrift, heute Cod. 1268 (1194), ist geradezu geheimnisumwittert. Wie sie nach Einsiedeln kam, ist nicht bekannt.

Beilage: CD mit Transkription des Originaltextes von Josue von Beroldingen

Odo Lang (1938-2020)

Pater Odo Lang war Benediktinermönch in Einsiedeln. Nach Studien in Rom 1959-1967 promovierte er 1967 zum Dr. theol. mit Spezialisierung in Liturgiewissenschaft (Sant Anselmo, Rom) und Dipl. pal. (Scuola di paleografia e archivistica, Vatikan). 1967 - 1982 war er Lehrer der Theologie und Liturgiewissenschaft an der Theologischen Schule der Benediktinerabtei Einsiedeln. Ab 1982 war er bis zu seiner Pensionierung Stiftsbibliothekar. 

2008 | Hardcover | 206 S. |ISBN 978-3-908544-79-1

Hans Simmler

Politische und militärische Entscheidungen des Zweiten Weltkrieges

Diese Analyse des Zweiten Weltkrieges beschreibt nicht nur «wie es gewesen ist», sondern «warum es so geschehen ist». Hauptthema und Kern der Darstellung sind daher die grundlegenden politischen und militärischen Entscheide des Zweiten Weltkrieges. Das Schwergewicht liegt dabei nicht auf dem Gebiet der ideologischen Auseinandersetzung, sondern auf dem Gebiet staatlicher Machtpolitik. Die großen strategischen Entscheidungen sind Mittelpunkt der Darstellung.

In einfacher und klarer Art gelingt es Hans Simmler, einem interessierten Leser das Zustandekommen der politischen und militärischen Entscheidungen darzulegen, die vor über 50 Jahren die Welt erschütterten und bis heute nachwirken.

Hans Simmler (1919-1998)
Hans Simmler, Dr. oec. publ., arbeitete nach seinem Studium als Redaktor der Wirtschaftszeitung «Finanz und Wirtschaft». Er befasste sich mit Währungs- und Konjunkturpolitik und schrieb Kommentare zum Zeitgeschehen, denen oft internationales Echo beschieden waren. Sein Interesse am 2. Weltkrieg entstand im Zusammenhang mit einer schweren Erkrankung, die er sich im Aktivdienst 1939 bis 1945 zuzog.

2001 | Hardcover | 652 S. |ISBN 978-3-908544-46-3

Heribert Küng

Der Kanton St. Gallen und seine ausländischen Nachbarn 1918 - 1939

Neben Graubünden ist St. Gallen der einzige Schweizer Kanton, der an drei ausländische Staaten grenzt. Und die Grenzen werden nicht durch hohe Berge gebildet, sondern durch das Wasser von Alpenrhein und Bodensee. Nie vorher in der Geschichte gestalteten sich die Beziehungen St. Gallens zu Baden, Württemberg, Bayern, Vorarlberg und Liechtenstein so intensiv wie in der Zwischenkriegszeit und nie wurden sie so abrupt unterbrochen - mit Ausnahme zu Liechtenstein - wie in den Jahren 1918 bis 1939.
Die hier behandelte Zwischenkriegszeit erscheint voller Gegensätze und Widersprüchlichkeit wie kaum ein anderer Abschnitt der Geschichte des 20. Jahrhunderts. 

Heribert Küng (*1940)

Lehrerseminar, Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie in Zürich und Innsbruck, Dr. phil I, PD, ao. Prof. an der Universität Addis Abeba, Aethiopien. 
Tätigkeit: Leitung von privaten Berufsschulen, österreichischer Honorarkonsul, Seminarlehrer, PHS Dozent,; in Aethiopien zuständig für die Beziehungen zu Europa.

1999 | Hardcover | 212 S. |ISBN 978-3-908544-30-2

Heribert Küng

Staatsminister Alfred Ilg (1854 -1916). Ein Schweizer am Hof Kaiser Menelik II. von Äthiopien

Staatsminister Ingenieur Alfred Ilg (1854-1916), diente von 1879 bis 1907 am Hof des Königs und Kaisers Menelik II. in Äthiopien. Als Ingenieur war er wesentlich am Bau der neuen Hauptstadt Addis Abeba beteiligt. Dafür wurde 1897 Ilg von Kaiser Menelik II. mit dem Titel Staatsrat im Range einer Exzellenz geehrt. Für die Jahre 1897 bis 1907 wurde er zum Aussenminister ernannt.

Dank seiner Kompetenz als Ingenieur zeichnete er in der Folge für die Planung und Errichtung der Eisenbahnlinie von Addis Abeba nach Djibuti verantwortlich. Daneben fungierte er als Protokollchef und Privatsekretär des Kaisers. Dafür wurde Ilg mit dem höchsten Orden des Staates, dem Stern von Äthiopien ausgezeichnet. 

Heribert Küng (*1940)

Lehrerseminar, Studium der Geschichte, Germanistik und Philosophie in Zürich und Innsbruck, Dr. phil I, PD, ao. Prof. an der Universität Addis Abeba, Aethiopien. 
Tätigkeit: Leitung von privaten Berufsschulen, österreichischer Honorarkonsul, Seminarlehrer, PHS Dozent,; in Aethiopien zuständig für die Beziehungen zu Europa.

1999 | Paperback | 186 S. |ISBN 978-3-908544-34-0

Gerd H. Padel

Dämme gegen die braune Flut. Die Schweizerpresse und der Aufstieg des Dritten Reiches 1933 - 1939

Diese Übersicht über die Haltung der deutschschweizerischen Presse gegenüber dem nationalsozialistischen «Dritten Reich» vermittelt glaubwürdige Antworten auf die Frage, wie hierzulande die bedrohliche Entwicklung in den Vorkriegsjahren wahrgenommen wurde und wie Presse, Öffentlichkeit und Behörden darauf reagiert haben.
Die publizistische Dokumentation aus einer repräsentativen Auswahl von Zeitungen aller politischen Richtungen fährt von der «Machtergreifung» Ende Januar 1933 durch die entscheidenden Phasen der vom Hitlerregime erzwungenen Absicherung seiner Macht über die Ausweitung seines Herrschaftsbereichs bis zu dem von ihm aus gelösten Zweiten Weltkrieg am 1. September 1939.

Gerd H. Padel (1921-2010)

Gerd H. Padel promovierte 1951 nach Studien an den Universitäten Zürich, Bern und Ann Arbor, Michigan, mit einer zeitgenössischen Dissertation über »Die deutschschweizerische politische Presse und der Aufstieg des Dritten Reiches 1933- 1939«. Nach mehrjähriger journalistischer Tätigkeit in der Schweiz und den USA wurde er 1952 Generalsekretär des Internationalen Presse Instituts in Zürich. Von 1956 an war er während 22 Jahren in leitender Stellung bei der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) tätig, u.a. als Direktor von Schweizer Radio International, Bern, Radio DRS und zuletzt als Radio- und Fernsehdirektor DRS. Von 1978 bis 1983 war er Chefredaktor der «Basler Zeitung».

1998 | Paperback | 155 S. |ISBN 978-3-908544-16-6

Pierre Chaunu

Der Mensch. Drei Millionen Jahre, achtzig Milliarden Schicksale

Dieses Buch ist die Quintessenz eines langen Forscherlebens im Dienste der Geschichte. Von den «Uranfängen der Menschheit» bis in unser Informationszeitalter zeigt es auf, wie der Mensch vom Steinkeil zur hochtechnisierten Zivilisation gelangte. Die Entwicklungen und Geschehnisse, die den Lauf der Geschichte und das Schicksal der Welt unwiderruflich und weiträumig beeinflussten, nennt der Autor die «Wegkehren». Anstelle von Zäsuren wie Krieg, Revolutionen und Katastrophen, den Regierungszeiten von Kaisern und Königen, entdecken wir im Geschichtsablauf eine höchst eindrucksvolle kulturelle Kontinuität, deren treibende Kraft das dem Menschen innewohnende Streben nach Gedankenaustausch und Wissen ist, nach mehr Gemeinsamkeit und Miteinander, nach Schutz und Geborgenheit. Das industrielle Zeitalter ist aus dieser Sicht keine voraussetzungslose ‹Erfindung› des 19. Jahrhunderts, sondern nahm seinen Anfang, als der erste Vormensch den ersten Kieselstein bewusst spaltete... Die Globalisierung von heute hat bereits vor Millionen Jahren begonnen, als sich die ersten Jäger in Horden zusammenschlossen.

Pierre Chaunu (1923-2009)

Pierre Chaunu war Historiker und einer der Väter der «quantifizierenden» Schule der Geschichtsforschung. Hach dem Studium und einem Forschungsaufenthalt in Sevilla (1948-1951) verfasste er als Dissertation das 12-bändige Standardwerk «Séville et l’Atlantique». Der Lehrtätigkeit an höheren Schulen folgte bald der Ruf an die Universität Caen (1960-1970).
1967 gründete er dort das «Centre de Recherches d’histoire quantitative». 1971 wurde er Ordinarius an der Sorbonne. 1982 wurde er Mitglied der «Academie des Sciences morales et politiques» im «Institut de France». 

1996 | Paperback | 351 S. |ISBN 978-3-908544-18-0

Anselm Zurfluh

Uri - Modell einer traditionellen Welt? Eine ethno-geschichtliche Studie über die Urner Mentalität 17. - 20. Jahrhundert

Der Stellenwert des innerschweizerischen Kulturraums ist in der modernen Welt eher klein. Vielfach bewegt sich die «herrschende Meinung» über diese Regionen in einem Spektrum, das vom «gesunden Hirtenleben» bis zum «erzkonservativen Bauern» reicht, also nicht über Clichés hinauskommt.
Diese Studie versucht, Denken, Fühlen und Handeln der Urner von «innen» darzustellen und den mentalen Horizont und das Weltbild dieses Kantons in einer ganzheitlich-vernetzten Sicht zu erfassen.
Uri ist wie andere nicht-städtische Gebiete eine Landschaft, wo die Bevölkerung sich eher kritisch zu den Errungenschaften der modernen Welt stellt. Die Französische Revolution, die Industrialisierung, die moderne Philosophie der Aufklärung wurden in Uri nie ohne Vorbehalte angenommen. Wilhelm Tell als Symbol der schweizerischen Freiheit hat nicht nur in Altdorf ein Denkmal, sondern im mentalen System der Urner seinen festen Platz.

Anselm Zurfluh (*1953)

Studierte Geschichte in Nizza. 1983 Doktorat in Geschichte, 1991 Doktorat in Ethnologie. 1995 Habilitation. Er war von 2001 bis 2017 Direktor des «Musée des Suisse dans le Monde» in Genf.

1994 | Paperback | 387 S. |ISBN 978-3-908544-06-7